Ahoi ihr Lieben,

Man mag es kaum glauben, aber Nordsee bedeutet nicht immer matschiges Wattenmeer und Gummistiefel – es geht auch anders. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bisher nur einmal auf Sylt gewesen bin – und das in der 8. Klasse… Soviel zu meiner spärlichen Nordsee-Erfahrung. Für 3 Tage sind mein Freund und ich von Bremen nach Norderney gefahren, um Verwandte von mir in ihrer Urlaubswoche zu besuchen.

Von Bremen kann man bequem mit dem Regionalexpress (der übrigens schon ab Hannover startet) direkt bis Norddeich-Mole fahren, von wo aus die Fähre in Richtung Norderney und zu anderen Inseln, wie Juist, startet. Das Hin- und Rückfahrticket mit der Fähre kostet 19€, wer mit dem Niedersachsenticket anreist, bekommt sogar noch 1,50€ Rabatt – also nicht vergessen, das Zugticket zu zeigen 😉 Die Überfahrt dauert ca. 1 Stunde, wobei es bei Niedrigwasser wesentlich länger dauern kann. Als Ticket erhält man die Norderney Card auf der die Überfahrten verbucht werden und die zur Bezahlung des Kurbeitrags dient.


 

Da wir in die Unterkunft eingeladen wurden, kann ich nicht viel zu den Preisen sagen – es gibt jedoch auf jeden Fall verschiedene Campingplätze, mehrere Jugendherbergen und viele Pensionen und Ferienappartements, die man zum Teil relativ günstig mieten kann.

 

Die Strände sind sauber, der Sand ist weiß und ganz fein und die Wellen laden zum Schwimmen oder auch zum Surfen oder Kayaking ein. Kurse werden natürlich ebenfalls dort angeboten und vor allem die Surfer schienen die Flutwellen zu genießen. Auch wenn das Wetter am Anfangstag nicht super sonnig war, konnte man es mit langer Jeans sehr gut am Strand aushalten, Leuten beim Wellenreiten zugucken, die Füße in den Sand einbuddeln und einfach das Meer genießen. Wir hatten Glück und die Sonne zeigte sich doch noch, sodass man sogar noch schwimmen konnte. Bei Flut können die Wellen und Unterströmungen ziemlich heftig sein – daher lieber nur dort schwimmen, wo es ausdrücklich erlaubt ist.

 


 

Mit 14km Sandstrand ist Norderney perfekt, um komplett abzuschalten und bei einem Spaziergang zur Weißen Düne Muscheln zu sammeln und einfach das Meer zu genießen.

Aber nicht allein das Meer, sondern auch die netten Möglichkeiten, abends auszugehen oder zu fairen Preisen essen zu gehen, machen die Insel zu einem tollen Ausflugsziel für ein verlängertes Wochenende oder auch eine ganze Woche. Die bekannteste Restaurant-Bar ist die Milchbar zu der jeden Abend Leute strömen, um sich den Sonnenuntergang von dort aus anzusehen. Klingt vielleicht ein wenig „posh“ und aufgesetzt, aber es ist wirklich nett dort dank toller Livemusik (z.B. Blank&Jones), fairen Getränke- und Essenspreisen (großes Pils 4€, Rhabarberschorle 2,80€ und großer Teller Milchreis mit Zimt 3,50€ – Geheimtipp!!!) sowie einem gemischten Publikum von Familien mit Kleinkindern, Surferboys und –girls und Kurgästen. Deswegen sind wir an beiden Abenden auf der Insel dorthin gegangen und fanden es einfach klasse.


 

 

Eine andere, empfehlenswerte Restaurant-Bar ist das Surfcafé. Nachdem die Sonne am zweiten Abend untergegangen war, sind wir einfach am Strand entlang von der Milchbar dorthin geschlendert (ca. 1km entfernt), um mit meinen Verwandten den Abend ausklingen zu lassen. Auch hier sind die Preise mehr als in Ordnung, die Einrichtung ist sehr stylish und das Personal war super freundlich, obwohl der Laden rappelvoll war. Ein besonders nettes Angebot, das wir jedoch aus Zeitgründen nicht wahrnehmen konnten, ist das Picknick am Meer für 35€, das wir uns bei unserem nächsten Urlaub auf der Insel gönnen werden.

 

Ein weiterer Tipp ist das kleine Restaurant Le Pirate in einer Seitenstraße nahe der Innenstadt (Winterstraße 12). Da sich die Ferienwohnung in der Nähe befand und wir jeden Tag mehrmals daran vorbeigingen und den Gästen auf die Teller schielten (inklusiver leichter Sabberanfälle :D), mussten wir uns dort etwas bestellen. Auf der kleinen Terrasse gibt es ein paar nette Sitzgelegenheiten, bestellt werden muss jedoch drinnen an der Theke, wo auch das Essen selbst abgeholt werden muss. Wir haben uns für eine Portion Gambas mit Aioli und Brot (8€), panierten Pangasius mit Remoulade (5,50€) und Bratkartoffeln als Beilage entschieden; dazu noch zwei Bier, sodass wir insgesamt für ein super leckeres Essen mit normalgroßen Portionen auf insgesamt 22 € kamen, was völlig in Ordnung war. So lecker die Gerichte auch waren, der Service war leider recht unfreundlich und auch das Ausrufen der Bestellnummer über Mikrofon, damit man das Essen an der Theke abholt, war recht nervig und bei so einem kleinen Laden absolut unnötig.

Für Selbstversorger gibt es auf der Insel natürlich auch verschiedene Supermärkte, Bäcker, Metzger usw. Außerdem bietet die Innenstadt viele nette Einkaufsmöglichkeiten, die ich dort gar nicht erwartet hatte. Zum Beispiel konnte ich in der dortigen Drogerie Müller ungestört durch die neue Catrice-LE mit prall gefülltem Aufsteller stöbern (ein Lippenstift musste mit :D) und auch in den Klamottenläden gab es zum Teil wirklich ausgefallene, schöne Sachen, die ich so nicht in Bremen gesehen habe – z.B. tolle Klamotten von Pepe Jeans.

 



Wichtig ist es, spätestens am Tag der Abreise den Kurbeitrag zu zahlen. Das geht am einfachsten an den Norderney-Card-Automaten, die überall auf der Insel verteilt sind, z.B. am Busbahnhof, an der Fährenstation oder im Stadtzentrum. Der Kurbeitrag beträgt pro Tag auf der Insel 3,40€ in der Hauptsaison. Auf dem Rückweg mit der Fähre herrschte Ebbe und das Wasser stand dermaßen niedrig, dass die Fähre sogar einmal kurz aufsetzte, was die Fahrt um ca. 20 Minuten verzögerte. Also besser mehr Zeit bei der Rückreise einplanen, um keine bösen Überraschungen beim Umstieg in den Zug zu erleben 😉

 

Norderney – ich mag dich und ich komm garantiert zurück 🙂

Elli

 

 

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